Was kann der Arzt tun ?

 

Eine gezielte Vorbeugung (Primärprävention) gegen die Alzheimer Krankheit ist derzeit (noch?)
nicht möglich, da man die Ursachen der Erkrankung bisher nicht kennt.

Sehr wohl möglich ist dagegen die Sorge um eine rechtzeitige und fachgerechte Behandlung und Versorgung im Erkrankungsfall (Sekundärprävention) mit dem Ziel der längst möglichen Erhaltung von bestmöglicher Lebensqualität und der noch vorhandenen Fähigkeiten.

Es gelten – zunächst unabhängig von den Umständen des jeweiligen individuellen Einzelfalles –
folgende

Allgemeine Leitlinien :
1. Rechtzeitige und fachgerechte ärztliche Diagnostik und Behandlung

Hinwirkenauf eine fachgerechte ärztliche Diagnostik und Behandlung mit Durchführung
der üblichen basisdiagnostischen Routineverfahren (Labor, MRT, kognitive Tests ect.)
ggf. Überweisung zu einem kompetenten Facharzt für Psychiatrie oder Neurologie, am besten aber zur nächsten Gedächtnisambulanz)
Behandlung von begleitenden Verhaltensstörungen und Symptome (Weglaufen, aggressives Verhalten, Depression, Angst, Unruhe, Schlafstörungen)
Behandlung von vorhandenen zusätzlichen körperlichen Erkrankungen; auch der Vermeidung von bekannten Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes  oder übermäßigen  Alkoholgenuss kommt dabei große Bedeutung zu.
Behandlung von vorhandenen Sinnesbeeinträchtigungen (Sehen, Hören)
Behandlung ggf. durch geeignete Medikamente gegen Demenz (z.B. Antidementiva)
Behandlung ggf. durch geeignete nicht-medikamentöse Behandlungsformen

2. Schaffung eines demenzgerechten Milieu-Rahmens
feste Tagesstrukturierung (z.B. feste Essenszeiten, aber dazwischen abwechslungsreiche
Aktivitäten)
feste Bezugspersonen
demenzgerechte Wohnungsanpassung

3. Bedürfnisgerechte Beschäftigung
biographieorientiert (z.B. alte Fotos anschauen, Biographieheft anlegen)
mit gewohnten Tätigkeiten
mit Lieblingsbeschäftigungen
in Tagespflegeeinrichtungen
in Betreuungsgruppen

4. Körperliche Bewegung (z.B. regelmäßiges Spazierengehen, Heimtrainingsprogramm
bei Demenz, Gymnastik, Tanz)

5. Soziale Kontakte
durch ehrenamtliche Helfer
in Tagespflegeeinrichtungen
in Betreuungsgruppen

6. Fettarme und ballaststoffreiche Ernährung

Was dagegen die bestmögliche Organisation der persönlichen Pflege- und Versorgungssituation
im Einzelfall anbelangt, so gelten hier folgende

Individuelle Leitlinien :
Rund 2/3 der Betroffenen werden von Angehörigen in der eigenen häuslichen Umgebung betreut und gepflegt – eine Aufgabe, die viele Fragen und Probleme aufwirft und ganze Familien nicht selten an ihre körperlichen und seelischen Grenzen führt.

Häufig gestörte Nachtruhe, ständig notwendige Beaufsichtigung, die dauernde Konfrontation mit oft unverständlichen Verhaltensweisen, dazu eine vielfach als aussichtslos empfundene Situation  –
pflegende Angehörige bewegen sich nicht selten selbst am Rande der Erschöpfung.

Viele Pflegende werden selber krank – v.a. depressiv – und geraten in die soziale Isolation.

Vor allem die Organisation der Betreuung und später der Pflege und deren fortwährende Neuanpassung an die ständig wechselnden Erfordernisse des mehrjährigen Krankheitsverlaufes stellen eine kräfteraubende Daueraufgabe dar.

Hilfe und Entlastung auf diesem Weg bietet – unter der “Demenz-Kompass” –
ein individuell zugeschnittener, übersichtlicher Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen für die häuslichen Pflege

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